Fotogeschichten

II – #6 – KP

Szene VI: Zweiter Zwischenwitz

Marquise de Hanau-Münzenberg: Sie kapieren echt null! Verstehen Sie nicht? Sämtliche Pferde müssen im Karussell bleiben! Ansonsten wäre die Ablaufkette gestört.

Psychiater: Ablaufkette?

Marquise de Hanau-Münzenberg: Erst Karussell, dann Bahnübergang. Wie vorhin beschrieben. Immer dasselbe Schema. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Psychiater: Ach, so.

Marquise de Hanau-Münzenberg: Ist doch logisch, nur wenn die Pferde vollständig im Karussell sind, können mich Darth Vaders Weltraumkräfte auch unter Zwang an seinen acht peniblen Kontrolleuren vorbeizerren, während Wilhelmsbads Bahnübergang schon von Weitem brüllt: „MARQUISE DE HANAU-MÜNZENBERG!!!!! ES EILT!!!!! WEITER!!! WEITER!!!!! ANWERBEN!!!! SOFORT!!!!!“ Und da soll ich mit denen Verstecken spielen? Ernsthaft? Ich muss doch am Karussell kontrolliert werden, ehe es weiter zu den Eisenbahnschranken geht! Herr Doktor, bitte, helfen sie mir!!!!! Biiiiiiiiiitteeeee!!!!! Ihr anerkannte Praxis ist meine letzte Hoffnung!!!!!

Psychiater: Bedaure. Auch in diesem Fall liegen keinerlei geistigen Abnormitäten vor. Ganz im Gegenteil, du wirst hier noch von viel stärkeren Energien gelenkt als im Bericht über den vorbeigefahrenen, kuschelbedürftigen Lokomotivführer. Deine Schilderung gerade beinhaltet nämlich eindeutig Visionen einer idealen Welt namens Utopia, wo Menschen und Tiere miteinander kommunizieren. Thomas Morus‘ gleichnamiges Werk, ein Schmarrn dagegen. Sind das nicht fantastische Vorstellungen? Die UN verhängt Futtersanktionen gegen kriminelle Löwen, Tiger, Jaguare und anderes Raubkatzengesindel, weil tierrechtsverletzende Beutejagd klar gegen zuvor erlassene Resolutionen verstößt.

Marquise de Hanau-Münzenberg: Hahahahahahahahahaha!

25. 12. 2025

Ende Erzählrunde 2

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