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3 Fotos.
Szene X: Zwiegespräch (2)
Angélique: Zweitrangig.
Juliette: Zweitrangig?????
Angélique: Ach, Schätzchen.
Juliette: Wo haltet ihr Joe gefangen?
Angélique: Auf der Steckelsburg.
Juliette: Bin schockiert!!!!!
Angélique: Biden darbt dort so lange im Verlies, bis er zugunsten seiner Vizepräsidentin auf eine weitere Kandidatur verzichtet. Gesundheitliche Gründe. Offiziell. Camilla Harris wird es alsdann im November versemmeln.
Juliette: Eure Skrupellosigkeit!!!!!
Angélique: Halb so wild. Ah, da steht sie ja, die Sitzbank.

Sieht gemütlich aus.
Juliette: Wehe, du fasst mich auf ihr gegen meinen Willen an!
Angélique: Verstanden.
*****
Angélique: Ja, ja, Nieder-Rodens Chinamauer.

Grandioser Anblick.
Juliette: Lästertante! Womit, bitteschön, punktet Bernadettes Ehefrau? Pst, nicht selbst antworten! Mit einer auf Ludwig XIV. gründenden absolutistischen Grafschaft. Chronisch in Geldnöten bedarf die Patientin mittlerweile anscheinend ebenso Trumps finanziellem Tropf. Politisches Überleben – erkauft! Jetzt, wo die Katze aus dem Sack ist -ich meine Bidens Entführung- und damit eure kunstvoll verzierten Rokoko-Masken endgültig gefallen sind, fällts mir schuppenartig von den Augen. Wenn Amalias Palastdamen ungestört plauderten, flüsterte Céline bisweilen beunruhigt: „Mädels, woher stammt eigentlich das ganze Geld – wirklich nur aus China?“ Versailles verschlingt Unsummen.
Angélique: Andernfalls würde Schloss Philippsruhe wohl kaum wie ein glanzvoller Fürstenhof im 18. Jahrhundert strahlen!
Juliette: Opern. Empfänge. Festlichkeiten. Essen. Trinken. Weder Steuern noch Frondienste decken damit verbundene Kosten ab. Zumal lediglich an Sankt Martin der obligatorische Zehnt fällig wird, Hanau-Münzenbergs wahrlich paradiesische Jahressteuer von 10% – für landwirtschaftliche Betriebe in Naturalien zu leisten. Vielleicht hältst du damit erfolgreich Untertanen bei Laune, füllst aber keine nimmersatten Schlosskassen. Bis zum schrecklichen Videoclip eben dachte ich, Peking allein finanziere unser Amüsement. Und zwar als Gegenleistung dafür, dass Hanaus Hafengelände -hierzu gehen die Meinungen freilich weit auseinander- ans Land des Lächelns entweder verpachtet oder gar als Staatsgebiet verkauft wurde.
Angélique: Juliette vergisst spendable adlige Wohltäter aus ganz Europa.
Juliette: Deren Zuwendungen über Strohmänner abgewickelt werden. Wohlweislich. Außerdem sprudelt das Geld vergleichsweise mäßig. Keine einzige alteingesessene Adelsfamilie unterstützt Le nouveau Château de Versailles öffentlich. Nicht einmal im Vereinigten Königreich. Obwohl Großbritannien seit 2019 diplomatische Beziehungen mit der Grafschaft Hanau-Münzenberg unterhält. Angélique kennt auch den Hintergrund dieser Zurückhaltung. Insgeheim nämlich verlachen Europas Adlige Dennis Kevin als Parvenü – egal ob sich der mehrfache Eurojackpot-Gewinner nun das ancien régime auf die Fahnen geschrieben hat oder nicht. Wirklich niemand in adligen Kreisen möchte vor Standesgenossen zum Gespött werden. Viel zu hoch das Risiko, dass der Träger des vom unerwarteten Reichtum gekauften Titels Graf von Hanau-Münzenberg scheitert. Wirklich niemand in adligen Kreisen riskiert, sich wegen eines ehemaligen Krankenpflegers -tätig gewesen auf der Intensivstation an der Uniklinik Frankfurt– womöglich bis auf die Knochen zu blamieren. Und wenn dann Amalia wider besseres Wissen trällerte, Das neue Versailles am Main übe -wie einst das Vorbild- auf die europäische Adelswelt eine wahnsinnige Anziehungskraft aus, lachte Juliette innerlich bloß. Wen, bitteschön, zieht Supermagnet Schloss Philippsruhe an?
Angélique: Nobles en masse..
Juliette: Gewiefte Opportunisten. Adlige wie Adélaïdes Eltern. Mit der Französischen Revolution haben Mama und Papa einige Rechnungen offen. Den Palais de l’Élysée möchte man allerdings deswegen keinesfalls erzürnen. Also auf Richtung Hanau, wo ein Emporkömmling die alte Ordnung vor 1789 predigt. Zwar grotesk, aber vielleicht dennoch für eigene Zwecke recht nützlich. Ihr Aufenthalt am Hof – diskret. Außer engsten, per Eid zum Stillschweigen verpflichteten Verwandten weiß kein Adliger Europas, dass sie in Dennis Kevins kuriosem Märchenreich gemäß Etikette wie im 18. Jahrhundert herumstolzieren und gemäß Ehrenkodex arbeitende Blaublütige verachten. Käme es heraus – alle drei stünden umgehend auf der Liste Geächteter. Das Verlogene daran, Adélaïdes Vater -selber gelernter Winzer- bewirtschaftet gemeinsam mit seinem Bruder bei Avignon zahllose Weingüter. Fässerweise liefert Armand Louis erlesenen Côtes du Rhône über die Grenze.
Angélique: Noch irgendwelche Beispiele?
Juliette: Adlige wie Baron von Sempershausen Hohenfeldstein. Verzockte 2019 die Steckelsburg -seit 1911 in Familienbesitz- beim Pokern an einen Russen. Er, Frau und Tochter hausen seitdem in Vorbau 1. Enges Zimmer. Felicitas Leonore beklagte ständig mangelnde Intimsphäre; während Papi hoffte, Burg sowie zwei dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zum Opfer gefallene Territorien nahe Bebra zurückzukriegen. Bedeutet im Klartext, keiner eurer Pseudo-Anhänger erblickt Gottes Bestimmung darin, im 21. Jahrhundert wie anno dazumal aufzutreten. Jeder Conte, jede Marquise, jeder Earl, jede Gräfin, jeder Freiherr, tut’s deshalb, weil Souverän Dennis Kevin jene um 1775/1780 übliche Mode gesetzlich diktiert. Und ja, irgendwie schon auch ziemlich bizarr, mit Zopfperücke, Pouf, weißem Schminkpuder, in schicker robe à la française, tagtäglich vergangene höfische Epochen zu feiern. Mais pourquoi pas? Genosse Xi Jinping bezahlt schließlich.
Angélique: Die Steckelsburg erhielt besagter Baron übrigens längst zurück. Leider in unbewohnbarem Zustand.
Juliette: Wie?????
Angélique: Vor eurer Zeit. Die Steckelsburg bei Schlüchtern liegt auf Hanau-Münzenbergischem Gebiet. Der Bischof von Schlüchtern stellte daher ein mächtiges Heer auf, belagerte sie im Winter 2021/2022. Russlands Kriegsvorbereitungen. Vom Kreml war keinerlei Unterstützung zu erwarten. Am 19. Februar 2022 kapitulierte Poker-Gewinner Wladislaw mitsamt Familie. Nur dummerweise ließ Seine Eminenz als Siegeszeichen neben dem Bergfried zugleich sämtliche Wohngebäude zerstören. Na ja, glücklicherweise blieb das Verlies intakt. Im Juli 2023 knipste Alessa Marie von der übriggebliebenen Ruine dieses Foto. Schau.
Juliette:

OH, MEIN GOTT!!!!! JOE!!!!!
Angélique: Beengte Wohnverhältnisse. Um mit Felicitas Leonores Worten zu sprechen: „Es ist furchtbar unangenehm.“
Juliette: Aber wieso erzählte Constanze uns dann überfleißig, Baron von Sempershausen Hohenfeldstein hoffe sehr, mit Dennis Kevins Hilfe bald wieder an ehemaliges Burgeigentum zu gelangen?
Angélique: Na, wieso wohl, Schätzchen? Weil Constanze die unbedachte Zerstörung unendlich peinlich ist!
23. 09. 2026
Zuletzt geändert: 25. 09. 2026
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